Die DAB+-Planung für NRW wird konkreter

Aufgrund der Ende des Jahres 2019 auslaufenden Testphase für den digitalen Rundfunkstandard DAB+ in NRW scheint nun tatsächlich die Umsetzungphase zur endgültigen Einführung zu beginnen. Wie vom Direktor der Landesanstalt für Medien (LfM) auf einer Sitzung der Medienkommission am 01.02.2019 zu erfahren war, wolle die LfM die Zuteilung für eine landesweite Privatradiobedeckung im Block 9D und sechs regionale Bedeckungen Ende März bei der Staatskanzlei NRW beantragen. Ballungsraum- und Lokalmuxe bleiben erst einmal außen vor.

Die Planung sieht aktuell folgendes vor:

Im öffentlich-rechtlichen Bereich übernimmt der WDR den bisherigen gemischten Multiplex „Radio für NRW“ im Block 11D in Gänze. Laut Genfer Wellenplan steht dem WDR noch eine weitere Landesbedeckung zu. Diese wurde bereits bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) angefragt und dafür der Block 9A zugewiesen.

Wünschenswert für NRW wäre hier eine Aufteilung dieser zweiten Bedeckung nach dem Vorbild Baden-Württembergs in West- und Ost, in einen „Nordrheinmux“ (9A) und einen „Westfalenmux“ (8C ?). Anstatt einen einzigen Block mit allen Lokalzeiten vollzustopfen, ließe sich die Anzahl auf jeweils 4 von 9 für den entsprechenden Landesteil beschränken. Die Lokalzeit Essen sollte, da gebietsübergreifend, im 11D verbleiben. Die zusätzlich verfügbare Kapazität böte Spielraum für ein WDR 4 mit angepaßtem Wetterbericht oder Angebote wie ein reines Klassikmusikprogramm und ein Inforadio. Programme, die der Kommerzfunk in dieser Form nicht bieten kann. Wenn nicht aus dem eigenen WDR-Haus, dann als Übernahme. Eventuell findet sich noch Platz für ein SWR 4 Koblenz bzw. ein NDR 1 Osnabrück für die Generation 50+. Gegenwärtig ist es nur der WDR selbst, der mit dem KiRaKa und COSMO sein Portfolio anderen Anstalten ergänzend zur Verfügung stellt. Warum nicht auch umgekehrt? In dieser Hinsicht muß der Gesetzgeber dringend flexibler werden, um die Terrestrik weiterhin attraktiv zu halten.

Sollte die Staatskanzlei den von der LfM beantragten Bedeckungen zustimmen und die BNetzA ausreichend Blöcke findet, erfolgt im Spätsommer eine Ausschreibung. Dann wird ein privater Landesmux (9D) bei genügend vielen Bewerbern mit 16 Programmen definitiv eingeführt. Das Problem sind die regionalen Bedeckungen. Die LfM ging bei ihrer Bedarfsabfrage im November 2018 von 9 flächendeckenden Regionen in NRW aus. Bei der Beantragung gibt es aber nur noch 6. Bei denen die wegfallen, handelt es sich offenbar um die interesselosen Bereiche Münsterland, Ost- und Südwestfalen. Die LfM sendet somit ein starkes Signal an die dort beheimateten DAB+-Verweigerer.