Die Sektion Medienarbeit und ihre Geschichte


Gründung und Namensstreit


Die Vereinsgründer konnten Anfang 1987 aufgrund langer und intensiv geführter politischer Diskussion in Düsseldorf davon ausgehen, daß der private Rundfunk in NRW in Trägerschaft von Fördervereinen auf lokaler Ebene eingeführt werden würde. Solche Vereine gab es zu dem Zeitpunkt in fast allen Verbreitungsgebieten. Daß der Landtag im letzten Moment dann eine andere Variante aus der Schublade zog und diese dank entsprechender Mehrheiten durchsetzte, ist bedauerlich. Alle Fördervereine waren somit unter falscher Voraussetzung gegründet worden. Einige lösten sich auf, andere paßten sich den neuen Rahmenbedingungen an und wurden zu einer Veranstaltergemeinschaft. Im Kreis Unna wurde die Frage nach der Zukunft des Vereins zum Politikum. Das Ergebnis war, daß zwei Ideologien heftigst aufeinanderprallten ohne effektiv zusammenarbeiten zu wollen. Somit war der Rundfunkförderverein Radio Unna e.V. gezwungen, seinen Weg mit eigener Ausrichtung zu gehen.


Bis zur Gründung einer nach dem neuem Muster gesetzlich vorgeschriebenen Veranstaltergemeinschaft im heimischen Kreis vergingen noch 3 lange Jahre, die niemand, der in diesem Metier tätig ist, tatenlos verstreichen lassen wollte. Die Anfangsjahre des Rundfunkfördervereins Radio Unna e.V. wurden dabei aus o.g. Gründen von gezielten Anfeindungen begleitet, mit der Begründung: „Der Verein Radio Unna e.V. hätte dem Lokalradio den Namen gestohlen!“ oder „Radio Unna verkörpere einen Programmanbieter, den es nicht gibt!“ Diese Vorurteile geistern heute noch in manch ewig gestrigem Betonkopf herum. Jeder unserer ersten Schritte wurde kritisch beargwohnt und in den Printmedien in geradezu bissiger Art und Weise kommentiert. Unserem Demokratieverständnis zufolge hat niemand das Recht, aus einer bloßen Bezeichnung, in die er ausschließlich seine Eigenziele hineininterpretiert, die fehlende Existenzberechtigung einer juristischen Person abzuleiten, obwohl ihn deren Arbeit überhaupt nicht interessiert. Als kurz vor dem Sendestart des Lokalradios auch der Versuch scheiterte, den Vereinsnamen auf finanziellem Wege zu erwerben, kam es bei einer öffentlichen LfR-Veranstaltung (heute LfM) in Düsseldorf durch den damaligen Chefredakteur zum Eklat. Bis dato hat es für die verbalen Entgleisungen weder eine offizielle Entschuldigung von verantwortlicher Seite gegeben noch hat ein klärendes Gespräch stattfinden können.

Jüngstes Beispiel für den immer noch andauernden Kampf um die Inbesitznahme der Bezeichnung „Radio Unna“ war der Versuch der Lokalfunkbetreiber, sich im Frühjahr 2007 heimlich, still und leise die gewerblichen Markenrechte an unserem Vereinsnamen zu sichern. Damit hätte Radio Unna e.V. kurzerhand handelsrechtlich die Tätigkeit untersagt werden können. Quo vadis dignitas?



Förderung und Beratung


Nach seiner Gründung befaßte sich der Förderverein Radio Unna e.V., seinem satzungsgemäßen Zweck folgend, zunächst damit, die Einwohner des Kreises Unna von der Einführung eines Lokalradios zu unterrichten. Eine Wanderausstellung in allen Kommunen des Kreises, abgerundet durch Informationsstände bei diversen Veranstaltungen und eine entsprechende Pressearbeit, stellten die Inhalte des damals aktuellen Landesmediengesetzes, deren Aufgaben und deren Bedeutung innerhalb eines von der damaligen Landesregierung erdachten und bis heute noch einzigartigen Beziehungssystems, dem sogenannten „2-Säulen-Modell“, bestehend aus einer rein programmverantwortlichen „Veranstaltergemeinschaft“ und einer rein trägerorientierten „Betriebsgesellschaft“, dar.


Ende der 80er Jahre schritt die Breitbandverkabelung im Kreis Unna voran. Radio Unna e .V. initiierte dazu öffentliche Veranstaltungen („Kabelfeten“) zusammen mit dem örtlichen Fachhandel zu allen technischen Fragen von Hausanschlüssen und Hausverteilungen.


Als Beispiel für unsere fördertypische Medienarbeit soll genannt werden, das Kabelangebot der damals monopolistischen Telekom zu optimieren. Dem Verein lag die schriftliche und offizielle Genehmigung des Staatlichen Kommitees für Rundfunk der DDR aus Berlin für die Telekom vor, die Programme des DDR-Fernsehens und Hörfunks im Kreis Unna einspeisen zu dürfen. Für den hiesigen Raum hatten die Programme vom Sender Brocken im Harz dieselbe Bedeutung wie der ORF und das Schweizer Fernsehen für Süddeutschland. Es gab noch nicht die deutschsprachige Programmvielfalt, die wir heute kennen. Durch die politischen Ereignisse in den folgenden Monaten des Jahres 1989 und darüberhinaus erübrigte sich dann dieses Vorhaben. Einer der programmanbietenden Rechtsnachfolger, der MDR, wird heute sogar terrestrisch vom Florian in Dortmund ausgestrahlt.


Ein weiteres hörbares Ergebnis unserer Bemühungen im Kabelbereich ist die Verbreitung des Programms von Radio Lippe Welle Hamm im Kreis Unna. Bei dessen Geburtstagsfeier wir dem Chefredakteur öffentlich in der Radio-Liveübertragung eine umfangreiche Unterschriftenliste von Hörern aus dem gesamten Kreisgebiet überreichten, die den Wunsch einer Einspeisung unterstützten.


Nach endlosen gescheiterten Versuchen der Veranstaltergemeinschaft für lokalen Rundfunk im Kreis Unna, einen Vertrag mit einer Betriebsgesellschaft zu schließen, nahm Radio Unna e.V. Kontakt zu RTL in Stuttgart auf, das zu damaliger Zeit noch ein Hörfunkrahmenprogramm für Lokalradios in Baden-Württemberg und für den Kreis Aachen in NRW anbot. Unser Förderverein konnte den Verhandlungsführern im Kreishaus ein offizielles Angebot von Seiten RTLs unterbreiten. Kurz darauf war ein anderer Vertrag der VG mit hiesigen Betreibern unter Dach und Fach, ohne den es kein Lokalradio im Kreis Unna gegeben hätte.


Legendär war auch der einmal monatlich im Cafe Schulte in Unna durchgeführte Radiostammtisch, einem Diskussionsforum zum fachlichen Meinungsaustausch. Durch zunehmenden Teilnehmerschwund haben wir dieses Angebot am Standort Unna eingestellt. Heute treffen sich die Vereinsmitglieder und sachkundige Bürger im Clubraum der zentral gelegenen Radiowerkstatt des Vereins regelmässig zum Plausch. Dazu ist jeder Interessent herzlich eingeladen.



Blick nach vorn


Der Rundfunkförderverein Radio Unna e.V. ist mittlerweile zwei Jahrzehnte alt. In dieser Zeit hat sich die Medienwelt komplett gewandelt. Setzten wir uns zu Beginn mit rein analogen Bedingungen und deren interessanten Facetten auseinander, befinden wir uns derzeit im Übergang zu rein digitalen Verhältnissen, dessen Ausgang noch nicht, wenn überhaupt, abzusehen ist. Die audiovisuellen Medien sind ein Thema mit unendlichen Geschichten, über das wir auch in Zukunft gerne informieren und beraten wollen. Informationen dazu kann jeder im Internet finden, zu deren Erläuterung fühlen wir uns berufen. Radio Unna e.V. möchte sie allen Bürgern verständlich darlegen und kommentieren. Dazu soll unsere Homepage jedem Interessenten bei aktuellen Themen begleitend zur Seite stehen.


Unser Verein wird auch zukünftig seine Interessen und seine Position im gesamten Medienbereich vertreten. Durch die Entwicklung der digitalen Medien und deren Einführung auf breiter Basis wird das Erbe der Gründerväter kontinuierlich in die Tat umgesetzt.

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